Maler- und GipserInnen – DIE Kreativen am Bau

Sie werden als die «Kreativen am Bau» bezeichnet und sind zwei sogenannte verwandte Berufe, die jeweils einzeln erlernt und später mit der Zusatzlehre erweitert und kombiniert werden können. Malerinnen und Maler versehen Gebäude innen und aussen mit Farbanstrichen, tragen Verputze auf und tapezieren Räume. Gipserinnen und Gipser verputzen Wände, Decken und Aussenfassaden von Gebäuden.»

Die Grundbildung beider Berufe umfasst jeweils entweder eine zweijährige oder eine dreijährige Lehrzeit. Die zweijährige Gipser-Grundbildung schliesst mit einer Erfolgskontrolle ab und berechtigt anschliessend zu einer auf zwei Jahre verkürzte dreijährige Grundbildung. Im Anschluss an eine zweijährige Maler-Grundbildung kann eine auf zwei Jahre verkürzte dreijährige Grundbildung absolviert werden. Fachleute des Doppelberufes Gipser und Maler führen sowohl Gipser- als auch Malerarbeiten gleichermassen kompetent aus. Diese Ausbildung wird jedoch lediglich in der Westschweiz angeboten.

Malerin/Maler
Wenn es eine Arbeit gibt, welche dem Bau erst den richtigen sichtbaren Glanz gibt, dann ist es die der Malerin/des Malers. Ob kreative Farbberatung bei anspruchsvollen Problemstellungen oder Tapezierarbeiten, dekorative Beschichtungen von Decke und Wänden, Renovationen von Wohnräumen zur Verbesserung des Wohnklimas oder Restaurierung beschädigter Kulturgüter zur Wertsteigerung – da sind immer die Malerinnen und Maler als Fachpersonen und Spezialisten rund um den Ausbau gefragt. Malen als Traditionshandwerk gibt es seit 4000 Jahren, und das Handwerk hat sich im Laufe der Zeiten ständig erweitert und erneuert. Malen gibt dem Bau erst den letzten Ausdruck, schafft Werterhaltung und Wertsteigerung, bringt physisches und psychisches Wohlbefinden und Lebensqualität.»

 

Anspruchsvoll und vielseitig
Der Beruf der Malerin oder des Malers ist im Zusammenhang mit gesundheitlichen Risiken anspruchsvoller und vielseitiger geworden, und er wird sich auch in Zukunft weiterentwickeln. Die Malerin/der Maler ist und bleibt ein wichtiger Eckpfeiler bei der individuellen Gestaltung und der Wertarbeit am Bau und gibt diesem den richtigen sichtbaren Glanz, innen und aussen. Malerinnen und Maler führen Anstricharbeiten im Innen- und Aussenraum aus. Sie versehen Fassaden, Wände, Decken, Böden, Türen, Fenster und andere Gebäudeteile mit Farbanstrichen. Damit tragen sie unter anderem zum Schutz und zur Erhaltung von Bausubstanz bei. Auf der Baustelle sind sie oft am Schluss an der Reihe, kurz bevor ein Gebäude in die Nutzung übergeben wird. Die Kücheneinrichtungen sind bereits montiert, die Bodenplatten verlegt. Maler achten darauf, die Arbeiten anderer Baufachleute nicht zu schädigen.

Vorbereitung ist alles
Bevor Malerinnen und Maler mit dem Anstrich beginnen, berechnen sie den Materialbedarf, stellen das Material und Geräte bereit, richten auf der Baustelle ein Magazin ein und stellen Leitern und Rollgerüste auf. Nicht zu streichende Bauteile schützen sie mit Klebeband und Plastikfolie vor unerwünschten Farbklecksen. Die diversen Untergründe erfordern meistens eine Vorbehandlung. Malerinnen und Maler beurteilen den Untergrund und prüfen dessen Eignung als Anstrichträger. Sie kennen die Ursachen, die bei Beton, Stein, Gips, Holz, Kunststoff oder Metall zu Anstrichmängeln führen können, und behandeln den Untergrund entsprechend vor: durch Schleifen, Grundieren, Spachteln, Entrosten, Isolieren, Aufhellen etc. Bei Renovationen kommt das Entfernen alter Anstriche dazu. Malerinnen und Maler mischen die Farben gemäss Farbenlehre. Zum Auftragen der Farben und Lacke wenden sie verschiedene Applikationstechniken an: Streichen mit dem Pinsel, Rollen mit der Walze oder Spritzen mit der Pistole. Winklige Gegenstände wie Fensterläden behandeln sie in der Werkstatt, wo sie in ein Farbbad getaucht werden.

Dekorative Techniken
Malerinnen und Maler beherrschen auch dekorative Techniken wie Tupfen, Marmorieren oder Maserieren. Zahlreiche Materialien kommen zum Einsatz: Lösungs- und Verdünnungsmittel, Isolations- und Abdeckmaterial, Spachtel- und Füllmassen, Ablauge- und Schleifmittel, Klebstoffe, Additive etc. Malerinnen und Maler wählen die richtigen Produkte aus, setzen sie zweckmässig ein und sorgen auch für die umweltgerechte Entsorgung von Abfällen und Restmaterialien. Ihre Werkzeuge, Geräte und Maschinen reinigen und pflegen sie. Malerinnen und Maler sind auch für das Aufziehen von Tapeten, das Verputzen von Fassaden sowie das Anbringen von Isolationen zuständig. Die ausgeführten Arbeiten halten sie schriftlich in einem Rapport fest. Bei der Arbeit befolgen sie die Vorschriften zur Verhütung von Unfällen, Berufskrankheiten, Vergiftungen und Bränden.

Gipserinnen und Gipser
verputzen Wände, Decken und Aussenfassaden von Gebäuden. Sie erstellen aus Gipsplatten Deckenverkleidungen, nichttragende Zwischenwände sowie Böden, bringen Isolationen an und formen Stuckaturen. Beim Anbringen eines Verputzes arbeiten die Gipserinnen und Gipser häufig noch traditionell von Hand: Mit Hilfe von Holztalosche und Kelle tragen sie den Mörtel an Wänden und Decken auf und ziehen ihn mit der Richtlatte ab. Im Neubau werden dafür vor allem Verputzmaschinen eingesetzt. Der Mörtel wird in diesen Maschinen gemischt und in Schläuchen zum Einsatzort befördert. Mit Druckluft spritzen Gipserinnen und Gipser den Mörtel an Decken und Wände und ziehen ihn anschliessend glatt. Diese Methode erfordert Teamarbeit. Zur Verschönerung von Decken und Wänden tragen Gipserinnen und Gipser noch eine zweite Verputzschicht auf: ein schmückender Deckputz mit glatter oder strukturierter Oberfläche.

Verschönerung am Bau
Gipserinnen und Gipser erstellen auch Zwischenwände, Deckenverkleidungen sowie Böden in Trockenbauweise, das heisst durch Verlegen von vorgefertigten Gipsplatten. Mit einer hängenden, also zusätzlichen Deckenverkleidung können Gipserinnen und Gipser beispielsweise Rohre an der Decke verkleiden, die einen unschönen Anblick bieten. Dazu befestigen sie an der Decke Metallprofile, woran sie die Gipsplatten schrauben. Sie montieren auch Isolationen zur Wärmedämmung, zum Schallschutz oder Brandschutz. In seltenen Fällen sind Gipserinnen und Gipser auch an der Restauration alter Kirchen und Häuser beteiligt. Sie erneuern Gipsverzierungen, so genannte Stuckaturen, oder versehen Fassaden mit speziellen Verputzstrukturen. Die Verzierungen und Verputzstrukturen werden unter anderem in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege erarbeitet. Gipserinnen und Gipser arbeiten auf Neubauten, Umbauten und bei Renovationen. Sie arbeiten teils allein, teils im Team. Mit ihrem guten Kontakt zur Bauleitung und den anderen Baufachleuten sorgen sie für einen reibungslosen Baufortschritt. Weitere Infos sind zu finden unter www.smgv.com oder www.berufsberatung.ch.

 

MUELL0019_Jürg Müller AG Winterthur

Bünter & Mathis AG Wolfenschiessen
BUCK0001_Buck AG Zürich
WENG0006_Wenger AG Goldswil