Viele Branchen wären heute ohne Oberflächentechnik undenkbar
Oberflächenbeschichterinnen und –beschichter EFZ sind in Galvanik-Betrieben oder in Galvanik-Abteilungen von Unternehmen der Edelmetall-, Uhren-, Schmuck-, Leiterplatten- und Elektronikbranche tätig. Es besteht ein gutes Angebot an Ausbildungsplätzen - in der Schweiz stehen jährlich rund dreissig Ausbildungsplätze zur Verfügung.
Weitere bieten sich in Industriebereichen der Luft- und Raumfahrt, im Maschinen-, Schiffs- und Fahrzeugbau, im Geräte- und Apparatebau, in der Feinwerktechnik, Haushaltsmaschinenindustrie sowie Besteck- und Silberwarenindustrie oder in der Druckindustrie. Oberflächenbeschichterinnen und -beschichter EFZ können auch in Prüfungs- und Forschungslabors tätig sein. Folgende Branchen wären heute ohne Oberflächentechnik undenkbar: Telekommunikation und Elektronik, Medizinal-technik, Automobiltechnik, Luft- und Raumfahrt, Verkehrswesen, Industrie- und Wohnungsbau, Energiewirtschaft, Schmuck, Uhren, Maschinen- und Anlagenbau.
Tätigkeitsbeschrieb
Oberflächenbeschichterinnen und -beschichter bearbeiten Oberflächen mit galvanotechnischen Verfahren oder mit alternativen Technologien gemäss den Angaben des Auftraggebers. Sie übernehmen auch organisatorische und planerische Aufgaben. Technische Zeichnungen liefern wichtige Informationen über die Behandlung und Spezifikation des herzustellenden Produktes. Beim Ansetzen (Zubereiten) der Elektrolyte sorgen Oberflächenbeschichterinnen und -beschichter für die richtige Zusammensetzung der Chemikalien. Sie tauchen die Objekte in eine Metallsalzlösung (Elektrolyt). Durch die Wirkung von elektrischem Gleichstrom werden die Oberflächen mit Chrom, Zink, Nickel, Kupfer, Silber oder Gold beschichtet. Die Schichten haben unterschiedliche Funktionen und schützen vor Korrosion, erhöhen die Verschleissfestigkeit oder den Härtegrad, verbessern die Leit- und Lötfähigkeit oder dienen der Verschönerung von Objekten. In der Regel werden fast alle Metallteile oberflächenbeschichtet. Oberflächenbeschichterinnen und -beschichter verzinken Schrauben und Muttern, verchromen Kurbelwellen und Ventile von Motoren, versilbern Teile der Hochspannungstechnik zur Verbesserung der Leitfähigkeit und vergolden Schmuck, Uhren und Brillen. Ausserdem machen sie Kunststoffteile durch das Auftragen von Leitlacken leitfähig. Sie können Aluminium auch anodisieren (elektrochemisch behandeln).
Gute Leistungen in Physik und Chemie werden vorausgesetzt
Ein abgeschlossener Abschluss der Volksschule respektive ein äquivalentes Niveau sind Grundlage für eine erfolgreiche Ausbildung. Ebenso sind eine gute Konstitution und die Freude an körperlicher und handwerklicher Tätigkeit nötig. Voraussetzung für die Qualität der Veredelungen sind Zuverlässigkeit und Teamfähigkeit. Im Weiteren ist ein Interesse für chemische und physikalische Zusammenhänge nötig. Die Ausbildung zur Oberflächenbeschichterin oder zum Oberflächenbeschichter dauert drei Jahre. Nebst der beruflichen Tätigkeit im Lehrbetrieb wird während eines Tages pro Woche die Berufsschule besucht. Die praktischen und theoretischen Kenntnisse von Lehrbetrieb und Berufsschule werden in externen, überbetrieblichen Kursen mit praktischen Studienarbeiten ergänz. Bei sehr guten schulischen Leistungen kann während der Grundbildung die Berufsmaturitätsschule besucht werden. Nach der erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung und einer gewissen Praxiszeit kann entweder eine höhere Eidgenössische Fachprüfung oder das Studium an einer Schweizer Fachhochschule absolviert werden.
Seit Herbst 2010 finden die Überbetrieblichen Kurse ÜK zentral im Kompetenzzentrum für Oberflächentechnik in La Chaux-de-Fonds statt. Die offizielle Inauguration des Kompetenzzentrums wird am Freitag, 24. Juni 2011, 13.30 Uhr bis 16.30 Uhr, stattfinden. Weitere Informationen sind zu finden bei der SSO Schweizer Stiftung für Oberflächentechnik unter www.sso-fsts.ch. (Quelle: BIZ /Bild: Archiv)
hil/mm
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