Hafnerin/Hafner – Spezialistinnen und Spezialisten für den Cheminée- und Ofenbau

Hafnerinnen und Hafner sind Fachleute für Holzfeuerungen – alles, was  mit häuslichem Feuer zu tun hat, zählt zu ihrem Fachgebiet. Sie renovieren einerseits alte und bauen anderseits neue Speicheröfen und Cheminées. HafnerInnen sind Planer, Handwerker, Techniker und Gestalter in einer Person. Der Beruf der Hafnerin/des Hafners ist einer der universellsten überhaupt.

Die Berufsbezeichnung "Hafner" stammt vom Töpfer ab. Der Ofen hat sich im frühen Mittelalter in den kühleren Regionen aus dem offenen Herdfeuer entwickelt. Die ersten Öfen waren rundum gemauert aus Bruchsteinen. Nach langem Feuern wurden diese schweren Mauern warm. Durch den Einbau von Tongefässen in das Feuer umschliessende Mauerwerk wurde die Wärme viel schneller an die Umgebung abgegeben, weil diese im Vergleich zur Bruchsteinmauer sehr dünnwandig waren. Der Hafner (Töpfer) wusste nicht nur wie man Töpfe (Häfen) herstellt, sondern war durch seine Aufgabe, die Keramik zu brennen auch versiert im Bau von Brennöfen. Er war der Fachmann erster Stunde für den Ofenbau. Später entwickelte sich die Ofenbautechnik zu kunstvollen Keramikwerken. Heute werden verschiedene Methoden und Techniken angewendet (mit und ohne Keramik) die eine breite Palette von Gestaltungsmöglichkeiten erlaubt.

 

 

Heizungen mit Ausstrahlung
Bis noch vor wenigen Jahren erstellte der Hafner mit einem Kachelofen eine Ein- oder Zweiraumheizung. In den letzten Jahren hat die Technik rasante Fortschritte erzielt und das gesellschaftspolitische Umfeld wandelte sich zu Gunsten des Holzheizungs-Gewerbes. Durch das notwendige Energiesparen werden die Häuser besser isoliert und können so mit weniger Energie beheizt werden. Ein neues Einfamilienhaus kann heute mit einem Korb voll Holz für einen ganzen Tag beheizt werden. Die Schweiz hat das Kyoto-Protokoll unterzeichnet und verpflichtet sich damit zur Reduzierung des CO2-Ausstosses. Öl und Gasheizungen erhöhen den CO2-Ausstoss, Holz erzeugt zwar bei der Verbrennung auch CO2, übrigens gleichviel wie wenn es im Wald am Boden verrottet, gilt aber wegen der CO2-bindenden Fähigkeit der lebenden Bäume, als CO2-neutraler Energieträger. Wenn in wenigen Jahren die CO2-Steuer eingeführt werden dürfte, fallen die Preise für Holzheizungen und es werden viele junge Hafnerinnen und Hafner notwendig sein um der steigenden Nachfrage gerecht zu werden. Holz ist neben der Wasserkraft die zweitgrösste Energieressource der Schweiz.

Das ganze Angebot im Überblick
Beim Hafner ist man in Sachen Feuer und allem, was dazugehört, an der richtigen Adresse: Beratung, Planung, Berechnung und Einbau von Speicheröfen und Cheminées; Brot- und Pizzaöfen; Holzkochherde; Restauration von antiken Speicheröfen, Cheminées und Kochherden; Kaminbau und Kaminmontage; Energieberatung. Der Hafner ist aber auch ein ausgezeichneter Plattenleger. Muss er doch für den Aufbau eines Kachelofens ebenfalls beim Plattenlegen Qualitätsarbeit leisten. In den letzten Jahren hat sich die Angebotspalette des Hafners im Bereich der Plattenarbeiten auch stark ausgedehnt: Küche; Bad; Wohnbereich; Wellnessbereich; Biosauna; Swimmingpool.

Arbeitsumfeld
Der Hafner arbeitet als gut geschulter Handwerker weitgehend selbständig auf der Baustelle, wo er eine Ofenanlage oder ein Cheminée nach Plan erstellt. Als Hilfe steht ihm zeitweise ein Lehrling zur Verfügung. Durch Weiterbildung an der höheren Fachschule kann er das Meisterdiplom erlangen. Als Hafnermeister berät er Kundschaft, erstellt Verkaufszeichnungen und plant Anlagen. Als Gestalter mit Flair für gute Proportionen, Formen und Farbkombinationen leistet er einen wesentlichen Beitrag zum Wohnumfeld seiner Kunden.

Einer der universellsten Berufe
Das Vermitteln von breitbandigem Wissen und Können in der Ausbildung verhilft dem Hafner zu einem der best geschulten Bauhandwerker. Er beherrscht Fähigkeiten von vielen seinen Berufskollegen, wie: Keramikprodukte bearbeiten und versetzen (Kacheln und Fliesen); Maurerarbeiten; Gipserarbeiten; Metalle trennen, schweissen, schleifen (Schlosserarbeiten); Kenntnisse über Montageelemente; Bearbeiten und Versetzen von Naturstein; Computergestützte Berechnung von Speicheröfen; Erstellen von Entwürfen und Ausführungsplänen.

Voraussetzungen
Interessiert man sich für eine Ausbildung als "Gelernte/r Hafner/in", sind die abgeschlossene Volksschule und gute Leistungen in Rechnen und Geometrie ein Muss. Dazu sind - handwerkliches Geschick, gesunde, kräftige Konstitution, räumliches Vorstellungsvermögen, Sinn für Formen und Farben, Sinn für konstruktive Zusammenhänge, Zuverlässigkeit und Ausdauer, keine Farbsehstörung Anforderungen, die erfüllt werden müssen.

Ausbildung
Die zu absolvierende Berufslehre dauert drei Jahre. Während dieser Zeit gehen die Auszubildenden einen Tag pro Woche zur Schule – bei sehr guten schulischen Leistungen kann während der Grundbildung auch die Berufsmittelschule besucht werden. Berufskundlicher Unterricht erfolgt in Wochenkursen an der Fachschule Froburg in Wisen/SO (9 bis 10 Wochen pro Jahr). Die berufsbezogenen Fächer in der Schule sind Berufskunde (Baumaterialien und -stoffe, Werkzeuge / Maschinen / Einrichtungen, Konstruktionstechnik, Naturlehre), Fachzeichnen, Fachrechnen. In einer Zusatzlehre kann man sich als PlattenlegerIn oder KaminfegerIn ausbilden lassen.

Der Mischbetrieb
Der traditionelle Mischbetrieb kann als eine Kulturinstitution bezeichnet werden; nur Dank dieser Betriebsform kann die Kachelofenkultur in ihren regionalen Eigenheiten erhalten und die Nachfrage nach ihr abgedeckt werden. Der klassische Mischbetrieb ist ein Kleinunternehmen mit Chef, ein bis zwei Mitarbeiter und einem Lehrling, die Aufträge setzen sich je zur Hälfte aus Hafner- und Plattenarbeiten zusammen. Alle Mitarbeiter beherrschen sowohl das Hafner- als auch das Plattenlegerhandwerk. Der Lehrling geht mit auf die Arbeit, dorthin wo sie anfällt, unabhängig welcher Gattung (Hafner- oder Plattenarbeit) sie ist. Er erlernt schon von Anfang an die Fachregeln und Techniken beider Branchenbereiche. Die Ausbildung im Mischbetrieb bietet einige Vorteile sowohl für den Meister als auch für den Lehrling; Keramikbeläge sind ein Teilbereich des Hafnerlehrplans, hier kann der Lehrling seine ersten Erfahrungen im Keramikbearbeiten an den günstigeren Plättli erlernen bevor er das mit den kostspieligeren Ofenkacheln darf. Für den Lehrling ist vorteilhaft, dass er eine breitere Ausbildung geniesst und den Mischbetrieb kennen lernt, sein zukünftiger Arbeitsort wird mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder in einem Mischbetrieben sein. (Quelle: BIZ, VHP / Bild: Archiv)

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Zuletzt aktualisiert am Montag, den 06. Februar 2012 um 15:59 Uhr