Wallis – die Quelle der Alpen

Das Wallis erstreckt sich im Südwesten der Schweiz auf einer Länge von 150 Kilometer vom Genfersee bis zum Rhonegletscher. Die Vielfalt der Landschaft, der Natur und Kultur spiegelt sich im breit gefächerten Angebot der Walliser Feriendestinationen wider. Die Walliser Gäste erwartet ein sehr umfangreiches, attraktives Sport- und Freizeitangebot in allen vier Jahreszeiten.

Das Wallis mit Superlativen zu beschreiben, ist nicht schwer. Die Sehenswürdigkeiten reihen sich wie Perlen aneinander und wetteifern um die Gunst des Betrachters. Mitten in den berühmtesten Viertausendern bietet sich für alle Sinne ein wahres Spektakel zwischen tiefen Tälern und gekämmten Terrassen, türkis schimmernden Gletscherseen und scharf geschnittenen Felsformationen, zuckrigem Eis und moosigem Grün. Und auch das reicht noch nicht. Als ob die Natur ein Fest für die Götter veranstalten wollte, taucht die Sonne die Berglandschaft in ein Licht, das den Zauber schon fast unwirklich und nicht von dieser Welt scheinen lässt. Nun, diese Worte mögen für manchen Walliser zu viel des Guten sein. Lobhudelei passt nicht zu seinem Wesen. Er überlässt dies lieber den Ausserschweizern – wie Nichtwalliser mit einem liebevoll-ironischen Lächeln oft genannt werden – und freut sich ganz einfach darüber, seine Heimat mit Menschen zu teilen, die ihr Glück aus der Kraft der Natur mit ihren spannenden Kontrasten schöpfen wollen.

Sonnenstube Wallis

Das Wallis verspricht seinen Gästen je nach Region über 2000 Sonnenstunden pro Jahr und damit mehr als selbst der südlichste Teil der Schweiz. Wie ist das möglich? Grund dafür sind die Berner und die Walliser Alpen, die das dazwischen liegende Walliser Rhonetal mit seinen vielen kleinen Nebentälern vor den Feuchtigkeitsmassen aus dem Norden und Süden grösstenteils wie Barrieren schützen. Die Wolken regnen beim Aufstieg vor diesen Schranken aus und der verbleibende Wind gelangt danach als trockener, warmer Föhn ins Wallis, der für ein mediterranes Klima sorgt.

Mitten in der Bergwelt

Um sich eine Auszeit aus den Niederungen des Alltags zu gönnen, gibt es ein gesundes Rezept: Einfach in eine der zahlreichen Walliser Bergbahnen steigen und sich anschliessend ganz nach Lust und Laune der ursprünglichen Welt zwischen Gipfeln, Hochebenen und Fluren überlassen. Ob eine kleine Wanderung, eine längere Tour oder sogar ein Aufstieg auf einen Gipfel; in der erfrischenden, reinen Alpenluft öffnen sich Geist und Seele, die Sie wie von selbst auf neue und klare Gedanken bringen. Zum Klimaparadox des Wallis gehört, dass es zugleich die grössten Wasserreserven der Schweiz aufweist. Sie sind im Laufe der Zeit durch lokale Niederschlagsschwankungen entstanden und gehören heute zu den grossen Reichtümern des Wallis. So liefern sie Menschen im In- und Ausland Trinkwasser von bester Qualität. Schon früh wurde auch begonnen, das Wasser mit Talsperren und Dämmen in Form von Stauseen zur Stromgewinnung zu nutzen: Sie versorgen heute die Schweiz mit sauberer, erneuerbarer Energie. Was Sie aber vermutlich am meisten begeistern wird, ist die vielfältige Schönheit des Wassers im Wallis: spiegelglatte Bergseen, Gletscher, die sich wie breite Milchstrassen ins Tal ziehen, verwunschene Grotten und unterirdische Seen. Aber auch friedlich glucksende Bächlein, mal scheu auftretende, mal grossspurig polternde Wasserfälle und sogar Thermalquellen, aus denen bis zu 51 Grad heisses Wasser emporsprudelt. Es lockt in Wellnesszentren zum Eintauchen und Entspannen, so zum Beispiel nach ausgedehnten Wanderungen als krönender Genuss für Gross und Klein.

Das Geheimnis der Natur
Was eher finnisch klingt, wird im Mittel- und Unterwallis auch Bisse genannt, und sie sind eine der genialsten Erfindungen, welche die Menschen bereits zur kleinen Eiszeit im frühen Mittelalter entwickelt haben: Wasserleiten, die als Bewässerungssystem für die regenarmen Gebiete dienten und so Landwirtschaft erst möglich machten. Wie sie genau gebaut und ob sie sogar von den Römern initiiert wurden, ist teilweise noch immer ein Geheimnis. Schon früh durchwanderten viele berühmte Künstler das Wallis, so auch Johann Wolfgang von Goethe, der eine besondere Vorliebe für Höhlen und Wasserfälle zeigte und sogar den Pissevache-Fall im Unterwallis in seinen Aufzeichnungen gebührend würdigte. Das Wallis ist ein Naturpark mit Tausenden von Überraschungen: So leben im Wallis 1400 Schmetterlingsarten, von denen etwa 100 nur hier vorkommen. 57 verschiedene Libellenarten bieten sich für 200 Vogelarten und 34 Reptilien-, Amphibien- und Fischarten an. Blütenpflanzen mit so wohl klingenden Namen wie Adonisröschen, Edelraute und Alpen-Mannsschild zeigen sich mal etwas versteckt und mal ganz auffällig ebenso wie die Bergklassiker Enzian und Edelweiss. Ihre intensiven Farben dienen übrigens zum Schutz vor dem hellen Licht in diesen Höhenlagen.

Parkanlagen für alle Sinne
Man kann das Wallis durchaus als einen einzigen grossen Naturpark bezeichnen. Doch nicht alle haben die Zeit dazu, diesen bis in jedes Tal zu entdecken. Umso schöner ist es, dass spezielle Angebote geschaffen wurden und werden, Ihnen die Natur auf kleinem Raum näher zu bringen. So zum Beispiel die Naturpärke Binntal und Pfyn-Finges oder die Biosphäre Val d’Hérens, die bestrebt ist, schon bald mit dem gleichnamigen Label der UNESCO ausgezeichnet zu werden. Die Walliser halten gerne an ihren Werten fest. Zu diesen gehörte schon immer, mit der Natur zu leben und nicht gegen sie zu arbeiten. Das zeigt sich zum Beispiel an der möglichst sanften Pflege ded Alpenraums mit einer Bewirtschaftung durch Bauernhöfe, deren Besitzer sich darauf freuen, Ihnen mit oder ohne Übernachtung mehr zu zeigen. Sie gehören zu den touristischen Angeboten, die sich harmonisch ins Wallis einfügen und Ihnen die Gelegenheit bieten, auf natürliche Weise aufzublühen. Es ist gar nicht allzu lange her, da dienten im Wallis Rucksäcke, Maultiere und Pferde in erster Linie dazu, Nahrungsmittel und Handelswaren von Tal zu Tal, über Pässe und durch Schluchten zu transportieren. Vor allem auf bekannten Routen und Saumpfaden, die den Norden mit dem Süden Europas verbinden. Dabei hätten sich die Säumer wohl nie träumen lassen, dass diese Wege einmal der Bewegungslust der Gäste aus allen Ländern der Welt dienen und sogar mit Maultiertrekking geworben wird. Wer mag, kann mit einheimischen Guides den verschlungenen Wegen folgen, um die sich manche  Schmugglergeschichten ranken und sich diese in einer der vielen gemütlichen Gastwirtschaften bei feinen Walliser Spezialitäten erzählen lassen. Wer anstatt Wanderungen die grossen sportlichen Herausforderungen vorzieht, kann seinen Puls auf steilen Aufstiegen hochtreiben. Angebote wie Gleitschirmfliegen, Kitesailing und Canyoning lassen manches Abenteuerherz höher schlagen.

Vom internationalen Golfturnier bis zum Open-Air-Gampel
Zu den Höhepunkten zählen für Liebhaber der Klassik das renommierte Verbier Festival im Juli, für Rock/Pop-Fans das Open-Air-Gampel im August und für Freunde der Volksmusik das Alpine Music Festival in Saas-Fee. Das Omega European Masters Golf Turnier in Crans-Montana im Spätsommer glänzt mit grossen Namen, und die Vinea, der Schweizer Salon für Weinliebhaber, Anfang September in Siders, ist allein schon eine Reise wert. Feste zu feiern, liegt in der Natur der Walliser. Nicht nur mit lebendigem Brauchtum. Sondern mit immer wieder neuen Ideen, die in manches Horn stossen. Der Sound der Alpen ist abwechslungsreich; volkstümliche Klänge, Klassikkonzerte, Jazzabende und Pop/Rock-Events mit Live Acts lösen sich mit regionalen und internationalen Sportevents ab. In fast jedem Ort finden kulturelle Veranstaltungen statt, die für jeden Geschmack etwas zu bieten haben.

Furka-Pass – ein unvergessliches Erlebnis
Der Furka-Pass verbindet Andermatt im Kanton Uri mit Gletsch im Kanton Wallis und ist Teil der beliebten Drei-Pässe-Fahrt über Furka, Grimsel und Susten. Im Sommer ist eine Fahrt mit der nostalgischen Furka-Dampfbahn von Realp nach Gletsch ein unvergessliches Erlebnis. Vom Reusstal her kommend fährt man durch die Schöllenen-Schlucht, einst schier unüberwindlicher Engpass auf der Gotthard-Route über Andermatt ins Urserental nach Hospental, wo die Strasse über den St. Gotthard Pass ihren Anfang nimmt. Weiter hinten im Urserental beim Dorf Realp beginnt der eigentliche Anstieg der Furka-Passstrasse. Hier kann man im Sommer auch die Furka-Dampfbahn bei ihrer schnaufenden Fahrt beobachten. Nach wenigen Kilometern ist der Weiler Tiefenbach erreicht. Nach einer Hangterrasse geht es in engen Kurven hinauf bis zur Passhöhe auf 2431m, von wo aus sich eine schöne Sicht auf das Gotthardmassiv und das Urserental öffnet. Auf der Walliser Seite eröffnet sich beim Hotel Bélvèdere etwa drei Kilometer unterhalb der Furka-Passhöhe der Ausblick auf den Rhonegletscher. Es lohnt sich ein Abstecher in die Gletschergrotte, eine Eiskammer, die jedes Jahr neu in den Gletscher geschlagen wird. Der Rhonegletscher selber hat durch die Klimaerwärmung einiges von seiner spektakulären Grösse eingebüsst: Noch um das Jahr 1850 reichte der Eisstrom bis weit in den Talboden hinunter, heute liegt seine Gletscherzunge auf Höhe des Hotel Belvédère. Gletsch im Obergoms (1759m) am Fuss der Pässe Furka und Grimsel (letzterer vom Berner Oberland herführend) besteht im wesentlichen aus dem riesigen Grand Hotel Glacier du Rhône, in welchem noch die Atmosphäre der grossen Zeit der Alpenpässe zu Beginn des 19. Jahrhunderts spürbar ist, und aus dem kleinen Bahnhof der Furka-Dampfbahn. Eine halbstündige Wanderung auf dem Naturlehrpfad bringt die Vielfalt des Gletschervorfelds mit den Pionierpflanzen näher. Seit der Eröffnung des Furkabasistunnels zwischen Realp und Oberwald im Goms im Jahr 1982 besteht eine wintersichere ahnverbindung mit Autoverlad zwischen den Kantonen Uri und Wallis. Viel attraktiver bleibt aber die Passfahrt, sei es mit dem Tourenfahrrad, dem Motorrad, dem Auto oder mit einem der gelben Alpen-Postautos. (Bild: Swiss Image)