Spektakel, Drama und schliesslich der Aufstiegsjubel

Trotz der Hitze mussten die Fans des FC Horgen noch einmal zittern: Nach dem 4:4 im Derby gegen Wädenswil steht der Aufstieg aber fest.

Bild: Der FC Horgen ist aufgestiegen

Noch einmal hiess es: Luft anhalten!

Sven Huber, Wädenswils wurfgewaltiger Captain, schickte sich ein letztes Mal an, den Ball mit einem weiten Einwurf in die Gefahrenzone vor dem Horgner Tor zu bringen. 4:4 stand es in diesem Augenblick, das Spiel konnte nur noch Sekunden dauern, und mit diesen weiten Einwürfen hatte Wädenswil schon vorher ein paar Mal gefährliche Momente kreieren können.

Dieses Mal allerdings nicht! Horgens Goalie Sven Zurbuchen kam stark aus dem Tor und fischte den Ball sicher herunter. Ein letzter Abschlag, und dann war er da, der Schlusspfiff des Schiedsrichters. Es war der Moment, in dem es auf Horgner Seite kein Halten mehr gab. Das heimische Publikum jubelte. Die jüngeren Fans setzten zum Platzsturm an. Die Spieler umarmten sich - oder lagen einfach nur noch auf dem Boden, augepowert von der Hitze, der körperlichen Belastung, der mentalen Anstrengung. 12.11 Uhr zeigte die Uhr an. 

Über 1000 Zuschauer auf der Waldegg

Schon weit vor Spielbeginn hatte sich abgezeichnet, dass es auf der Sportanlage Waldegg kein Tag wie jeder andere werden würde. Nicht nur wegen des Thermometers, das früh die 30-Grad-Marke überschritt, sondern auch wegen des Fanaufkommens. Rasch hiess es überall: Parkplätze voll belegt.  1054 Zuschauer - davon auch eine stattliche Anzahl aus «Wädi» - verliehen dem Duell der beiden Teams, welche die Konkurrenz um gegen 20 Punkte distanziert hatten, einen
würdigen Rahmen.

Die Ausgangslage war klar: Leader Horgen reichte ein Unentschieden für den Aufstieg, Wädenswil musste gewinnen. Dass die Spieler von Francesco Azzarito nicht gewillt waren, auf eine Punkteteilung zu spielen, zeigte sich im Startfurioso. 2:0 stand es schon nach fünf Minuten, Avni Asani und Fayik Onurlu hatten mit Freistössen getroffen.

Ganz langsam fanden dann auch die Gäste ins Spiel und kamen durch einen sehenswerten Distanzschuss in die hohe Ecke zum Anschlusstreffer. Male Tolaj stellte aber mit einem Abstauber bald den alten Abstand wieder her - und er profitierte bei seinem Treffer auch davon, dass Gäste-Torhüter Reto Mühlemann nach längerer Verletzungspause unglücklich aussah.

Als es für Horgen noch einmal eng wurde

3:1 für Horgen also, wieder zwei Tore Vorsprung. Alles schon entschieden? Keineswegs. Es war einfach die erste Phase einer dramatischen Partie. Kurz vor der Pause brachte Joel Mullarkey mit dem zweiten Wädenswiler Tor die Hoffnung beim Rivalen zurück. Und nach einer knappen Stunde stand es plötzlich 3:3. Marco Geiger konnte einen Freistoss per Kopf ungehindert einnicken. Nur noch ein Tor fehlte damit den Wädenswilern, um Horgen noch von Rang 1 zu verdrängen und selbst aufzusteigen.

Es begann auf der Waldegg das grosse Zittern. Bis Ensar Biqkaj kam und seine Mitspielern und den Horgner Anhang erlöste. Biqkaj traf in der 78. Minute kurz nach seiner Einwechslung. Das war natürlich eine gewaltige Moralspritze für das Heimteam. Nur war Wädenswil damit noch nicht besiegt. Der Lokalrivale zeigte grossen Kampfgeist und erzielte in der 89. Minute wiederum durch Geiger den Ausgleich. Nur: Dieses Tor war letztlich ohne Wert. Weil der Schlusspiff kam. Und Horgen völlig losgelöst war. 

22 Spiele, 19 Siege - was für eine Bilanz!

Unsere 1. Mannschaft blickt auf eine grossartige Saison zurück. 19 der 22 Meisterschaftsspiele hat sie gewonnen, der Trainerwechsel im Winter und der Abgang einiger Spieler hat das Team nicht vom Kurs abgebracht. Das ist das grosse Verdienst des neuen Chefs Francesco Azzarito und einer Mannschaft, die als verschworene Einheit aufgetreten ist. Punktverluste gab es während der gesamten Saison einzig bei drei Unentschieden - davon zwei gegen Wädenswil. Der Aufstieg ist mehr als verdient. Der gesamte Club gratuliert Spielern und Staff herzlich!

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