Marco Odermatt – Enttäuschung statt Triumph

Die Olympischen Winterspiele 2026 in Bormio  starteten am Samstag mit einer der prestigeträchtigsten und spektakulärsten Entscheidungen im alpinen Skisport: der Männer‑Abfahrt auf der Stelvio‑Piste. Für die meisten Favoriten waren die Erwartungen hoch, allen voran für Marco Odermatt, den dominierenden Schweizer Alpinstar der letzten Jahre. Doch am Ende des Tages stand für ihn kein Podestplatz, sondern „nur“ Rang 4.

Favoritenrolle und Erwartungen


Marco Odermatt ging als einer der grössten Favoriten auf den Olympiasieg in der Abfahrt in das Rennen. In der Saison zuvor und in der laufenden Saison hatte er immer wieder seine Ausnahmeklasse unter Beweis gestellt, mit zahlreichen Weltcup‑Siegen und einer beeindruckenden Konstanz im Speed‑Bereich. Seine Erfolge im Weltcup machten ihn für viele Fans und Experten zu einem der sichersten Medaillenkandidaten.



Knapp am Podium vorbei


Mit Startnummer 7 zeigte Odermatt im Olympia‑Finale eine technisch starke und mutige Fahrt auf der berüchtigten Stelvio‑Piste, einer der anspruchsvollsten Abfahrtsstrecken der Welt. Zunächst führte er das Klassement an und hinterliess den Eindruck, als könne er sich tatsächlich die Goldmedaille sichern.


Doch im weiteren Verlauf des Rennens überholten ihn gleich mehrere Konkurrenten. Am Ende blieb der Schweizer mit einer Zeit von +0,70 Sekunden Rückstand auf den Sieger Franjo von Allmen genau ausserhalb des Podiums. Italiens Giovanni Franzoni und Dominik Paris fuhren ebenfalls schneller und sicherten sich Silber und Bronze.


Der vierte Rang war für einen Athleten seiner Klasse ein überraschend „undankbarer Platz“, zumal Odermatt im Zielbereich selbst dachte, seine Fahrt könne für eine Medaille reichen.



Die unmittelbare Reaktion


Nach dem Rennen zeigte sich Odermatt offen enttäuscht und frustriert. In Interviews und Aussagen wurde deutlich, wie sehr ihn das Ergebnis beschäftigte. Er beschrieb den vierten Platz als „den blödesten Platz überhaupt“, da er sich unmittelbar nach dem Rennen sehr stark gefühlt habe und die Medaille greifbar schien, nur um am Ende doch knapp zu scheitern.


Diese emotionale Reaktion zeigt auch, wie viel ihm der Erfolg auf der grössten Bühne des Sports bedeutet und wie hart es ist, wenn das Rennen am Ende nicht mit Edelmetall belohnt wird. Für einen Athleten, der gewohnt ist, oben anzukommen und Titel zu holen, ist ein vierter Platz ein harter Moment.