Zum dritten Mal nahe dran – SC Langenthal scheidet nach hartem Kampf gegen Seewen aus
Der SC Langenthal scheidet nach drei packenden Halbfinalspielen gegen SC Seewen mit 0:3 in der Serie aus. Trotz beherzter Leistung und zeitweise klarer Führung reichte es für die Oberaargauer nicht zum Sieg. Das entscheidende dritte Spiel musste sogar ins Penaltyschiessen, bevor Seewen mit 5:4 als Sieger feststand.
Erlösung nach 148 Minuten
Beinahe auf die Sekunde genau 148 Minuten kämpfte der SC Langenthal um den ersten Treffer in der Serie. Michael Bütikofer war es, der den Bann brach und bei einem Gewühl vor dem gegnerischen Tor die Scheibe über die Linie drückte. Sein Treffer bedeutete zugleich den 1:1-Ausgleich und löste einen kollektiven Jubel bei Spielern und Fans aus.
Die Erlösung kam nach einem holprigen Start: Langenthal war zunächst in Rückstand geraten, nachdem ein unglücklicher Unterzahltreffer in der achten Minute fiel. Zahlreiche gute Chancen wurden in der Folge nicht genutzt. Besonders bitter: Das Krayem-Duo kam kurz nach dem 1:0 alleine vor das Seewener Tor, scheiterte aber trotz bester Position. Auch ein weiterer Abschluss von Karym Krayem nach 28 Minuten schien zunächst im Netz zu landen, wurde aber vom Schiedsrichter nicht anerkannt.
Doch der Ausgleich hatte nur kurz Wirkung: Zwei Minuten später erzielte Fabio Langenegger das erneute Führungstor für Seewen, und der Gastgeber zeigte, warum er als Favorit galt.
Langenthal dreht das Spiel
Im zweiten Drittel zeigte der SC Langenthal dann seine Qualität. Zunächst profitierte das Team von offenem Raum: David Burri (43.) spielte einen präzisen Pass auf Karym Krayem, der zum 2:2 einschoss. Dieser Treffer brachte neues Leben in die Reihen der Oberaargauer.
Und dann funktionierte plötzlich sogar das Powerplay: Zwei schön herausgespielte Tore brachten Langenthal in eine vermeintlich komfortable Führung. Zuerst traf David Hamr nach einem Direktschuss ins obere Eck (51.), wenig später erhöhte Verteidiger Michael Thomas per Ziehschuss aus kurzer Distanz (53.) auf 4:2. Die Oberaargauer schienen die Kontrolle übernommen zu haben, doch die Favoritenrolle von Seewen sollte sich noch einmal zeigen.
Seewen kämpft sich zurück
Die Führung war trügerisch. Tim Büeler nutzte nach einem Abwehrfehler eine Lücke und erzielte das 3:4 (56.). Plötzlich war die Partie wieder offen, und Seewen startete ein furioses Finale. Trotz energischer Abwehraktionen von Louis Kurt und seinen Vorderleuten gelang es den Gastgebern, Druck aufzubauen.
Anderthalb Minuten vor Schluss traf Luca Langenegger schnörkellos zum 4:4-Ausgleich. Die Erleichterung und Spannung bei beiden Teams war spürbar, nun musste erstmals eine Zusatzschicht gespielt werden, um den Sieger der Partie zu ermitteln.
Verlängerung – beste Chancen für Langenthal
In der Verlängerung hatte Michael Bütikofer bereits in der zweiten Minute die beste Möglichkeit für Langenthal, den Sieg zu erzwingen. Doch das nötige Quäntchen Glück fehlte. Weitere Chancen konnten nicht genutzt werden, während Seewen zunehmend besser ins Spiel kam.
Die Oberaargauer konzentrierten sich nun auf eine kompakte Verteidigung. Trotz aller Anstrengungen und Einsatzbereitschaft reichte es nicht, um das Spiel zu gewinnen. Schliesslich musste das Penaltyschiessen die Entscheidung bringen.
Penaltyschiessen – knappes Ende für Langenthal
Das Penaltyschiessen war ein Krimi für sich. Insgesamt 16 Schüsse wurden ausgeführt, doch am Ende setzte sich der Favorit durch. Für den SC Langenthal war es ein schwacher Trost, dass man gegen den Qualifikationssieger bis zuletzt auf Augenhöhe kämpfte.
